Samstag, September 23, 2006

Wie das nunmal einerseits so ist

Ich sitze gerade in meinem kleinen Zimmer in Booterstown. Hier stürmt es und ich musste das Fenster zu machen. Trotzdem pfeift es durch die Ritzen.

Vielen Dank an die Lieben zu Hause in Berlin. Vielen Dank an Heiko fürs Tragen, fürs zur Verfügungstellen seiner Robbe und eine endlose Menge von Hörbüchern, die ich gerade Stück für Stück brenne. Vielen Dank an Seb fürs Tragen. Vielen Dank an Eppi mit der Gehörwegsentzündung, der aber trotzdem noch Kraft hatte eine Couch durch die Strassen Berlins zu tragen und sich selbst vor egoistischen Müttern mit Kinderwagengören nicht abschrecken ließ. Eppi war auch die treibende Kraft das Essen bei Marcus durch das unbeirrte Einlegen eines polnischen Pornos, mit Sandra Bullocks Stimme unterlegt, unvergesslich zu machen. Liebsten Dank an Marcus und Susi fürs durchhalten. Vielen Dank an Marcus für das Zurverfügungstellen seinen großen, tollen Autos, auch wenn er mich nicht fahren ließ. Und zum Schluss noch einen ganz besonderen Schmatz an Susi für Essen, Wein und ein Bettchen in der letzten, nun wohnungslosen Nacht. Ihr seit alle in Dublin willkommen. Ich werd schon ein Plätzchen in meinem Zimmerchen für euch finden.

Berlin ist stressig, hat guten Nahverkehr, auch in der Nacht, hat viel Leben, die Berliner sind individueller, interessanter, unzufriedener, die Dubliner kommen mir im Vergleich dazu so unschuldig vor, allein schon wenn ich die ganzen Schüler, die jetzt, wo das Schuljahr wieder begonnen hat, durch die Straßen Dublins strömen, in ihren Schüleruniformen sehe. In Berlin sind mir als erstes die 1€-Jobber aufgefallen, die vor dem Ostbahnhof das Gras aus den Fugen im Bürgersteig kratzten - mit einer Drahtbürste.

Jetzt hab ich alle drei Mitbewohner kennen gelernt, TJ (scheint wirklich nur zwei Buchstaben als Vornamen zu haben; steht auch so im Mietvertrag drin), ein leiser Programmierer, Joe, ein stolzer Chipdesigner, und noch ein dritter, dessen Name mir gerade nicht einfallen will, ein lebensfroher Landschaftsentgifter-Ökoingenieur, alle aus Kerry, im Südwesten von Irland, scheinen alle nett zu sein. Letzterer war am 11.9.2001 in New York und hat dort als Bell Boy (so ne Art Kofferträger, Portier) gearbeitet, aber außer viel Staub und viele Krankenwagen nichts von dem Anschlag gesehen.

Als ich gestern hier ankam, hab ich mein Uhr falsch gestellt, am mit pm verwechselt, was dazu führte, dass ich heute Morgen verschlafen hab. Das erste mal. Jetzt bin ich wieder auf 24h-Uhr umgestiegen.

2 Comments:

Anonymous eppi said...

tja kristian,

jetzt hat der boss die erste kerbe hinter den namen lange geritzt. oder er hat den goldenen teil der bundesrepublikanischen fahne mit schwarzem edding ausgemalt. dein pech, dass er sich morgen nicht mehr daran erinnern kann, ob die fahne einen schwarzen balken beinhaltet oder kristian wegen ohne schlips schon einen ersten edding-eintrag bekommen hat.

kannst bei mir auf dem boden schlafen, hab noch platz.

gruß
eppi ;-)

19:13  
Blogger Kristian said...

An dieser Stelle moechte ich mich einmal bei meiner treuen und regelmaessigen Leserschaft bedanken: Vielen Dank Herr Eppelsheimer.

Selbst im Winter, trotz fiebriger Gehoerwegsentzuendung, ohne ausreichende Nahrung, selbst wenn er zu Fuss zum kostenlosen Internetzugang in die Bibliothek gehen muss, laesst sich Herr Eppelsheimer nicht abhalten jeden meiner Blog-Eintraege zu kommentieren. Danke!

Kristian

23:38  

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