Freitag, Mai 26, 2006

Heut war ich bei HP. Soll meine neue Arbeit werden. Sah nett aus. So ein neues Buerogebaeude, wie man es sonst nur aus amerikanischen Filmen kennt. An der Rezeption bekam ich einen Besucherausweis, den ich mir um den Hals haengen musste. Der Volker holte mich ab und fuehrte mich ueber mehrere Treppen und einen Fahrstuhl in ein grosses Buero, mit grossen schoenen Schreibtischen - zumindest fuer Diplomandenverhaeltnisse. Nach fuenf Minuten war es auch schon wieder vorueber, Anfang Montag 10 vor 9, Arbeitsvertrag auch Montag. Eigentlich sollte ich einen Arbeitsvertrag zu geschickt bekommen haben. Ist wohl aber zwischen Irland, Brian, meinem Vermittler und mir verschuett gegangen. Smalltalk. Volker ist im selben Hostel, Jackobs Inn, abgestiegen, als er vor ein paar Jahren nach Irland kam. Fuer mein Fahrrad soll ich mir ein gutes Schloss zulegen. Ich erwiederte, dass ich das von Berlin gewoehnt bin und zwei gute Schloesser dabei haette. Ich hatte meine, nach einigen Reisetagen, etwas fleckigen Alltagsklamotten an und entschuldigte mich dafuer. Mein Koffer ist noch am Flughafen. Klingt gut, wah: Mein Koffer ist noch am Flughafen. Irgendwie wichtig, so nach Geschaeftsreisender. Macht aber nichts, wie mir Volker versicherte. Es wird nicht so viel auf Kleidung wert gelegt. Haett ich mir meinen schwarzen Anzug, den ich in Berlin bei Real noch gekauft hatte, also sparen koennen. Ich sah auch einige im Buero mit langen Haaren dort.

Bin mit Fahrrad zu HP gefahren. Dublin ist kleiner als Berlin. Der grosse Unterschied ist aber, es ist gnadenlos unuebersichtlich. Kleine kurvige Strassen, keine Berliner Alleen. Du faehrst eine Strasse lang von der du im Moment annimmst, sie verlaeuft in die richtige Richtung, aber nach verschiedenen Kurven bist du hoffnungslos verwirrt. Die Strassen schlaengeln sich, ohne erkennbaren Plan, durch die Stadt, Berg auf Berg ab. Es es stickig von den ganzen Abgasen. Auch Strassenschilder sind hier keine Selbstverstaendlichkeit. Hinzu kommt, dass fast jede Strasse Einbahnstrasse ist. Auch wenn die Strasse geradeaus geht, darfst du noch lange nicht. Die wenigen, mutigen Fahrradfahrer auf der Strasse bewegen sich anscheinend ausserhalb der Verkehrsregeln. Nunja ich bin halt Deutscher und an Regeln gewoehnt. Bei Rot halte ich meist an. Hier fahren die Fahrradfahrer beliebig, links, rechts, mittig, mit und entgegen der Einbahnstrasse. Auf der Rueckfahrt hab ich mich eine Zeitlang einfach treiben lassen. Dann fragte ich nach dem Fluss Liffley. Am Liffley kann man sich gut orientieren. Er teilt die Stadt in eine Nord und Suedhaelfte. Ich wohne in der Naehe des Flusses auf der Nordhaelfte. In Dublin jemanden nach dem Liffley zu fragen, ist ungefaehr das Gleiche, wie jemanden in Berlin nach der Spree zu fragen. Komischer Blick und naja dalang, aber im Gegensatz zu Berlin immer freundlich.

Morgen fahr ich woandershin. Hab den Namen grad nich im Kopf. Ein kleines Oertchen, 24 km von Dublin, mit einer Universitaet, wie man sie sich vorstellen wuerde, wenn Harry Potter Student waere. Gruene Wiesen, gotische (?), Efeu-ueberwucherte Haeuser - zumindest auf den Bildern im Internet. Ueber Wochenende gibts keine Zimmer mehr im ganzen Dublin. Waere vielleicht auch mal spannend gewesen aufm Bahnhof zu uebernachten, besonders, da ich mich langsam langweile, keine Lust auf Touristenprogramm, muss aber am Montag frueh frisch auf der Arbeit sein. Da ist Bahnhof nicht das richtige. Hoert sich komisch an: Am Montag frueh auf der Arbeit sein. Ich war noch nie Montag frueh auf der Arbeit. Bloed ist nur das sie in dieser Studentenabsteige nur noch Doppelzimmer frei hatten. Will gar nicht erzaehlen, was das kostet.

Gestern fand ich in einer Dubliner Zeitung, sowas wie die Zitty, nur kostenlos, einen Artikel ueber deutsche Weine. Laut dem Artikel gibts hier nur billige, ecklig suesse deutsche Weine. Fuer die echten, guten muss man im Weinladen nachfragen. Jedenfalls empfehlen sie deutsche Weine und man soll sich doch in dem naechsten Lidl ein paar deutsche Wuerste kaufen und alles zusammen verspeisen. Lange Rede kurzer Sinn: Irgendwo muss es einen Lidl in Dublin geben. Das hellt meine Stimmung auf.

Viel Gruess, Kristian

PS: Das Rauchen ist hier in saemtlichen oeffentlichen Raeumen verboten, inklusive Pubs, Hostels und HP. Ueberall auf den Strassen sieht man Raucher einzeln oder in kleinen Gruppen stehen und schnell eine durchziehen. Find ich aber gar nicht schlecht. Die Raeume riechen besser.

2 Comments:

Anonymous eppi said...

nein. kristian, dieser blog darf nicht sterben. und wenn ich jeden tag fünf mal schreiben muss, dass ich dir viel glück wünsche, dass thelma echt in ordnung ist und wir dich alle voll vermissen. ich habe übrigens heute zum ersten mal deinen 10-kilo-laptop in die stabi gewuchtet. hat voll spaß gemacht.
meine wünsche an dich: dass du dem job gewachsen bist, schnell n billiges apartment findest und auf diese geilen schokoladenzigaretten umsteigst.
schönes we bei harry potter,
eppi ;-)

16:04  
Blogger Kristian said...

Eppi, Du machst mich ja voll verlegen.

17:30  

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